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Das verhexte Kind in der Westernstraße

dating in south africa johannesburg Es war zu Anfang des ersten Weltkrieges, im Sommer 1914. Frau Schlachtermeister R. von der Westernstraße in Königslutter hatte ein kleines Mädchen bekommen. Das Kind hatte sich schön rausgemacht und blühte und gedieh zur Freude der Eltern.

Eines Tages sagte nun die Meisterin zu ihrer Freundin, sie wisse gar nicht, was mit der Kleinen los sei. Das Kind ließe den Kopf hängen und verweigere die Annahme der Brust. Es war so, als wenn eine Blume am Verwelken ist.

Die Freundin, Frau Schmiedemeister Schrader von der Braunschweiger Straße, dachte gleich, wenn dem Kinde man nichts angetan ist! Frau R. zog einen Arzt zu Rate, der jedoch auch nicht helfen konnte. Da hörten die Eltern von einem Mann, der bei Braunschweig auf einem Dorfe wohnte und von dem es hieß, er könne in solchen Fällen helfen. Meister R. fuhr sofort hin. Er kam mit einem Mittel wieder zurück, das der weise Mann ihm gesagt hatte.

Noch am gleichen Abend rückte der Meister zu den Truppen aus nach Braunschweig und dann ins Feld. Nun bat Frau R. ihre Freundin, Frau Schmiedemeister Schrader, doch in der Nacht, in der sie das Mittel anwenden wolle, bei ihr zu sein.

In der Geisterstunde, zwischen 12 Uhr und 1 Uhr, machte nun Frau R. ein starkes Feuer im Ofen. Sie hatten unten die Fensterladen und die Türen verriegelt, und man hatte sich schon des Tages zuvor vereinbart, kein Wort miteinander zu sprechen, was auch immer komme! Als nun der Herd so richtig heiß war, daß man es kaum noch im Zimmer aushallen konnte - es war immerhin Spätsommer und draußen eine drückende Hitze, die Fenster durften nicht geöffnet werden -
Das Haus von Kaufmann Otto Steinfeld auf dem Markt setzte Frau R. einen nagelneuen Topf, den sie extra für diesen Zweck vom Kaufmann Steinfeldt auf dem Markte gekauft hatte und der vorher noch nicht anderweitig benutzt werden durfte, aufs Feuer.

In dem Topfe war frischer Pferdeurin, den man am Abend von einem Knecht erhalten hatte, der auf dem Markte bei Beneke in Stellung war. Der Urin mußte kochen. In die kochende Flüssigkeit tat nun Frau R. ein ebenfalls frisches Hühnerei. Das mußte nun ganz hart kochen und dann mit einer ebenfalls neuen Gabel, die noch nicht benutzt sein durfte, ganz zerstochen werden. Kaum hatte man das Ei in den Topf geworfen, da hörten die beiden Frauen auf der nächtlichen Straße Schritte.

Frau R. sah ihre Freundin warnend an und legte den Finger auf den Mund. Es rackelte nun an der Haustür, erst leise, vorsichtig, dann lauter, fordernder. "Wir rührten uns nicht", so sagte Frau Schrader später. Es klopfte an den Fensterläden, eine angstverzerrte Stimme begehrte unbedingten Einlaß. Es jammerte und wimmerte und als das Ei so ziemlich zerfetzt war, da schleppte sich draußen ein hinkendes und jammerndes Weib davon. Die beiden Frauen haben die Hexe wohl erkannt. Es war die alte Bierwirtsche, die oft ins Haus gekommen ist und sich immer so sehr auffallend über das kleine Mädchen gefreut hatte.
"Datt is ja en tau Schönet!" hatte sie immer und immer wieder zu dem Kinde gesagt. Dabei hatte sie das kleine Mädchen im stillen verwünscht. Die beiden Freundinnen haben dann noch etwas gewartet und sind dann mit dem Topf und dessen Inhalt nach dem Garten am Kluskampe gegangen, wo sie stillschweigend alles vergraben haben.

Als Frau Schrader am anderen Morgen zu Frau R. kam, sagte diese freudig, daß das kleine Mädchen sichtlich aufgelebt sei. Sie nahm nun wieder gern die Mutterbrust. Ferner berichtete Frau R., daß die alte Bierwirtsche gleich in der Frühe als erste ins Haus gekommen sei und gejammert und geklagt habe:
"Fru R. hewwe ick sei wat e' dan? Hewwe ick sei watt e' dan?"
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Die Schlachtersfrau hat die alte Hexe rausgeschmissen, ohne auf ihr Gequatsche einzugehen. Die alte Hexe wurde dann lange Zeit nicht gesehen. Sie soll schwer krank danieder gelegen haben und ist dann auch bald danach gestorben.
Das kleine Mädchen ist aber wieder ganz gesund geworden und lebt heute noch als verheiratete Frau.

Von Frau Schrader, Königslutter