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Der schlaue Wilddieb

gay dating online northern ireland Der alte Scharfrichter Uter in Oberlutter war ein gar lustiger Schelm, der es verstand, jeder Lebenslage gerecht zu werden. Alte Leute wußten von ihm unter anderem folgendes oft und gern zu berichten:

In den Häusern der Stadt Königslutter ging das Gerücht, daß Uter ein leidenschaftlicher Wilddieb sei, der oft im Elm jagen würde. Es wollten wieder einmal welche gesehen haben, daß er einen kapitalen Rehbock nach Hause geschafft hätte. Ja, er solle sich selbst damit gebrüstet haben, daß er an dem Abend einen großen Festschmaus mit seinen Freunden veranstalten wolle.

Der Forstmeister, dem man dieses auf dem schnellsten Wege zu Gehör gebracht hatte, faßte einen guten Plan. Er wollte unverhofft zu jenem Festmahl erscheinen und hier an Ort und Stelle den alten Sünder und Wilddieb Uter überführen.

Zu der bestimmten Zeit machte sich der Forstmeister mit noch einigen anderen Grünröcken auf den Weg. In der alten Meisterei angekommen, stieg den Herren ein feiner Duft entgegen, der nur von dem Braten des gewilderten Rehbocks stammen konnte. Schon auf der Diele empfing sie die alte Magd.

Keineswegs erstaunt bat sie, doch näher zu treten, da Herr Uter gerade mit einigen guten Freunden zu Tische säße. Er würde sich bestimmt freuen, die Herren Förster zu begrüßen. Und ob sich der Scharfrichter Uter freute! Mit schelmischem Lächeln lud er die ungeladenen Gäste zum Sitzen ein. Man kannte den schlauen Fuchs.

Gute Miene zum bösen Spiel machend, aß man auch mit von dem sauber servierten, duftenden Braten. So konnte man ihn um so besser überführen. Mit Ducksteinbier und Brannewien wurde auch nicht gespart. Uter war sehr freigiebig und liebte Geselligkeit und Frohsinn!

Da plötzlich frug der Scharfrichter, ob sie denn auch mit seinem bescheidenen Mahle zufrieden gewesen seien und ob es ihnen gut gemundet habe? Als nun alles betreten schwieg, denn man bedauerte es sehr, jetzt dienstlich werden zu müssen, hob Scharfrichter Uter lachend als Jagdtrophäe einen langen, weißen Ziegenbart empor.

"Wenn es euch gefällt" - sagte er weiter - "so zeigt euch meine Magd draußen gerne noch das Fell und die anderen Überreste unseres geschlachteten Ziegenbockes."

Alles brach nun in ein befreiendes, schallendes Gelächter aus und ob man wollte oder nicht, man mußte unverrichteter Dinge wieder abziehen. Die Waidmänner sowie die Freunde Uters, wußten jedoch trotz Ziegenbart und Fell, daß sie dennoch einen Rehbraten gegessen hatten.

Der alte Scharfrichter Uter hatte es wieder einmal verstanden, mit dem Feuer zu spielen, ohne sich zu verbrennen. Er hatte sich mit Humor aus der Schlinge gezogen.

Von Forstwart Albert Uhder, Helmstedt