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Der Nobiskrug

wo kann ich kostenlos leute kennenlernen Kennst Du den Nobiskrug? der einsam,
still, verborgen
Im tiefen Walde an der Wegesscheide liegt?
Einst hatte ich in ihm das Gastrecht mir erworben;
Die Freundschaft in der Schenke,
Da der Würfelbecher fliegt.

Ich war so müd, die Füße wund vom weiten Wege,
Der Bäume Wipfel sangen leis ein seltsam Lied.
Jetzt schlafen, dacht' ich, da - am Waldesstege
Sah' ich ein Wirtshaus, kehrte ein und blieb.

Der Schenkwirt, grau von vieler Tage Stunden,
Kredenzte freundlich mir den kühlen Wein.
Sag, kann dem müden Wandersmann
je besser munden,
Als labend' Trunk, den gern man schenket ein?

Es wachten auf in mir des Lebens Geister
"Ein neues Glas, Herr Wirt!"
so rief ich in den Raum,
Und plötzlich seh', gelobt sei aller Geister Meister,
Ich an den Tischen Zecher, darf ich meinen
Augen trau'n?

Es sind Gespielen, Freunde meiner Kindheit.
Lacht nicht aus ihren Augen dunkler Feuer Glut?
Des Spieles Leidenschaft wirft sie mit Blindheit
Der Würfel rollt, wild schwillt der Ader Blut!

Kameraden seh ich, die im bunten Rocke
Einst kämpften neben mir fürs Vaterland;
Da lacht mir gar des liebsten Freundes
blonde Locke,
Wie oft vor Jahren drückt ich seine starke Hand.

Sie alle spielen, würfeln in der Runden;
Kennt mich denn keiner? Bin ich ihnen fremd?
Mir deucht's, sie hätten längst die Ruh' gefunden
Die ew'ge Ruh', nach der der Mensch sich sehnt.

He! - alter Freund, ruf ich,
Es lacht mein Herz im Leibe;
Sagt, kennt ihr meiner nicht,
der ich euch kenn' so gut?
Auch ich fand hier zum Rasten meine Bleibe,
Im Nobiskrug ist man in guter Hut.

Da fühl ich eine Hand leis meine Schulter rühren,
Ich sehe auf und fahre jäh zurück.
Wohl kaum ein Mensch tat so den Schreck
verspüren
Wie ich, was meine Augen da erblickt.

Der Wirt steht hinter mir; ein grinsend Totenschädel
Sieht mich mit leeren Augenhöhlen kalt ins
Angesicht.
Der Mund formt Worte, welche leis und edel
Mir klingen, kalter Schweiß aus meinen
Poren bricht.

"Du weilst im Nobiskrug,
der Schenke an der Scheide.
Die andern Gäste holte längst Gevatter Hein.
Doch Deine Stunde schlug noch nicht,
drum geh' und meide
Du uns, kehr auf ein Neu ins Leben ein!"

Ich griff zum Stecken, den ich mir geschnitten;
Eh' ich gesehen dieses seltsam Haus,
Verließ die Stube und bin tüchtig ausgeschritten,
Kam tief in Sinnen
aus des Waldes Dunkel dann hinaus.

So ist das Leben mir noch einmal hold gewesen.
Es lachte wieder voller Charm
der Liebe Freud' und Lust.
Ich glaub' ,
So tief hat kaum ein Mensch in einem Buch
gelesen,
Wie ich den Tod gespürt in meiner Brust.

Oft steht der Mensch im Leben Rätsel gegenüber,
Der keine Wissenschaft den Mantel lüften weiß.
Das Jenseits streckt geheimnisvoll
des Todes Fittiche herüber,
Und in des Menschen Herzen
klingt ein Ahnen still und leis. -

Heinz-Bruno Krieger