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Der schwarze Beckmann

partnersuche witwer kostenlos youtube In Königslutter lebte zu Anfang dieses Jahrhunderts komplett kostenlos flirten test [20.Jahrhundert] ein Mann, der im Volksmunde "dä swarte Beckmann" genannt wurde. Er war ein einfacher Arbeitsmann gewesen, der verheiratet und mehrere Kinder sein eigen nannte.

Da Beckmann nun dem Alkohol sehr verfallen war, sein wüstes Aussehen, das dunkle Haar, der ungepflegte Bart nicht minder dazu beitrugen, ihn in der Stadt beliebt zu machen, zumindest noch dazu kam, dass seine Frau sich von ihm scheiden ließ und er im Armenhaus eine Bleibe gefunden hatte, waren die Voraussetzungen getroffen, dass er in seiner Eigenart, Einsamkeit und in seinem Benehmen als ein Original galt.

So kam es dann auch, dass er oft mitten auf der Straße im Kreise herum tanzte, dabei ein kleines Liedchen, eine oft auch von ihm selbstgedichtete Weise trällernd.

Wenn er nun so tanzte, versammelten sich die Kinder der Straße rund um ihn herum, lachten und spotteten und nicht selten erscholl dann ein großes, unangenehmes Gejohle ringsum. Kam dann der Polizist Rusack oder später der alte Meyer, um wieder Ruhe herzustellen, so verflog sich bald die Kinderschar und nur "dä swarte Beckmann" tanzte und sang unbekümmert weiter.

So war es nicht verwunderlich, dass unser "armer Sünder" nicht selten seinen Rausch in einer Zelle des nahen Amtsgerichts ausschlafen musste; dass er darüber hinaus auch durch kleinere Delikte gegen die bestehende Ordnung, mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war und einige Zeit hinter Schloss und Riegel zubringen musste.

Hier nun, in einer Zelle des Amtsgerichtes entstand das "Gefängnislied", das Beckmann oft und gern in Gasthäusern, aber auch auf der Straße gesungen hat:

"Wir sitzen hier hinter vier Mauern,
und klagen einander die Not.
Sind wir nicht im Recht uns zu bedauern, zu bedauern,
bei wenigem Wasser und Brot. -
Die Fenster mit Eisen vergittert,
Gardinen geflochten aus Draht, -
Man hat uns die Freiheit genommen, genommen;
der Kerker ist unser Lohn.
Gehen wir abends dann schlafen,
so schlafen wir hungrig ja ein.
Das Risseln und Rasseln der Ketten, der Ketten,
soll unser Nachtgebet sein.
Will die Mutter uns besuchen,
dann spricht der Schließer ja nun,
er fängt an zu schimpfen, zu fluchen, zu fluchen,
bei Louis kommt keiner rein.
Sie können's ja heut mal versuchen, versuchen,
vielleicht lässt sie der Chef heute mal rein."

Als Anfang der dreißiger Jahre der "Radiodoktor" in der Westernstraße sein Geschäft eröffnete und aus einem Lautsprecher muntere Weisen erschallten, tanzte der alte "Opa Beckmann" noch auf der Straße still vor sich hin. Er war alt geworden und die aufkommende Zeit hatte für diese Originale wenig Verständnis.

Erzählt von Alwin Schulze, Königslutter, der auch das "Gefängnislied" noch vorsang und überliefert hat.

Heinz-Bruno Krieger