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Familienstolz und Standesbewußtsein bei den Scharfrichtern

suche partnerin kostenlos youtube Gemieden von arm und reich wohnten die Scharfrichter in ihren oft vor den Stadtmauern gelegenen Meistereien. Hier aber suchten sie, die mit den Familien ihres Standes im weitesten Umkreise verwandt waren, im geselligen Verkehr untereinander den Vätern und den Frauen ihrer Geschlechter die Ehre zukommen zu lassen, die ihnen die Umwelt versagte.

Was wußte man nicht alles beim flackernden Schein des Herdfeuers, beim Schnurren des Spinnrades von den Vätern überliefertes Erbgut weiter zu erzählen? Mit Stolz gedachte man der schwierigen Situationen, in denen der Ahn, ohne mit der Wimper zu zucken, seinen Mann gestanden hatte.

War es doch nicht immer leicht, eine Hinrichtung schnell und ohne Fehler durchzuführen. Oft war noch in den letzten Minuten, durch einen flehentlich bittenden Blick des Delinquenten hervorgerufen, in dem Scharfrichter eine menschliche Regung erwacht. Da hieß es Nerven bewahren und eisern und rücksichtslos seines Amtes walten.

Nicht ohne Stolz frug daher der Meister nach beendeter Hinrichtung pflichtgemäß, ob er recht gerichtet habe. War ihm die Antwort des Richters zuteil geworden, so antwortete er: "Dafür danke ich Gott und meinem Meister, der mir diese Kunst gelernt hat."

Nicht immer war es möglich, Hinrichtungen einfach und ohne Zwischenfälle auszuführen. So war zum Beispiel der Meister Jürgen aus Bockenem, der zugleich in den fürstlichen Ämtern Wickensen und Greene belehnt war, 1587 durch Herzog Julius "wegen Ungemachs und Ungeschicklichkeit" in einem Schreiben gerügt. Es heißt in diesem Schreiben wörtlich:

feuerwehr spiele online kostenlos spielen iveco "daß er verschiedentliche Male die Armen verurteilten Sünder sehr ubell und abscheuerlich in derer Exequirung und Complerirung dero Urhtell gemartert und erbärmlich gequält hat, das groß Jammer und Seufzen vor dem Ambt stand".

Die hohe Obrigkeit im Gotteslager vor Wolfenbüttel sah sich daher veranlaßt, die beiden Ämter von dem untüchtigen Meister Jürgen zu nehmen, um sie dem Scharfrichter Hans Werner, Nachrichter zu Erichsburg, zuzuordnen.

Daß diese Ereignisse natürlich nicht alltäglich, und jeder Meister bestrebt war, so gut und geschickt wie irgendmöglich zu richten, versteht sich von selbst. Welche Wirkung jedodch ein "Verhauen" des Nachrichters auf die Bevölkerung ausüben konnte, ersehen wir für unsere Heimat an dem furchtbaren Ereignis vom 21. Januar 1607 zu Zellerfeld.

Meister Simon von Dreckenshausen hatte die Aufgabe, zwei Bergleute, Weiß und Peltz, die des Mordes überführt waren, zu enthaupten. Es hatte sich eine große Menge Volkes auf dem Marktplatze der Bergstadt eingefunden, um dem grausigen Schauspiel beizuwohnen.

Der Nachrichter hatte dem Weiß glücklich das Haupt vom Rumpfe getrennt. Als nun der Mörder Peltz an der Reihe war, hieb er diesen durch einen unglücklichen Fehlschlag in die Schulter. Durch das Murren der Menge eingeschüchtert schlug der verwirrte Meister noch fünfmal zu, bis es ihm gelang, auch Peltz zu richten. Die hierüber aufs äußerste erboste Menge drang nun auf den Scharfrichter Simon mit den Rufen "schlagt ihn tot, schlagt ihn tot!" ein.

Man verfolgte den in das Rathaus geflohenen Mann, riß, um seiner habhaft zu werden, einige Bohlen heraus und schlug den flehentlich um sein Leben bittenden auf der Stelle tot. Seinen Leichnam warf man durch das Fenster auf die Straße, wo der rasende Volkshaufen ihn mit Ästen, Hacken und Beilen gänzlich verstümmelte.

Durch Befehl des Landesherrn Heinrich Julius wurde die aufrührerische Begebenheit eingehend untersucht. Die Rädelsführer wurden gefangengenommen, nach dem Amte in Seesen gebracht und hier ihrer verdienten Strafe zugeführt.

Der Hauptschuldige wurde gerädert und aufs Rad geflochten. Die anderen wurden enthauptet und viele andere Bergleute auf ewige Zeiten der braunschweigischen Erblande verwiesen.

Unter dem 4. Dezember 1607 erließ die herzogliche Regierung ein novoline spiele online spielen kostenlos "Edict, wegen Vervest- und Verhafftnehmung einiger Berg-Purschen, ihrer an einen eben exequirenden Scharfrichter verübten Mordthat halber".

Unter dem 7. Dezember des Jahres erschien eine herzogliche Verordnung:

novoline spiele online spielen kostenlos ohne anmeldung "Daß, vermöge peinlicher Halß-Gerichts Ordnung Art. 97 den Nachrichter und seine Knechte, vor und bey der Execution nicht zu hindern und abzuschrecken, noch auch, wenn es ihm gleich mißlingen solte, an Leib oder Leben wieder ihn was thätliches zu unternehmen."

Der in dieser Verfügung in Erinnerung gebrachte Artikel 97 der "peinlichen Halsgerichtsordnung" Kaiser Karls V., der "Carolina", lautet wörtlich:

welche singlebörse ist wirklich gut "So der Richter nach der Endturtheil sein Stab gebrochen hat, desgleichen auch, so der Nachrichter den Armen (Sünder) auff die Richtstatt bringt, soll der Richter öffentlich außruffen oder verkünden lassen, und von der Oberkeyt wegen bei Leib und Gut gebieten, dem Nachrichter keynerley Verhinderung zuthun, auch ob ihm mißling, nit Hand anzulegen."

Die Scharfrichter, keineswegs ohne besonders ausgeprägten Berufsstolz, hatten sich so im Laufe der Jahrhunderte zu einem festen, in sich geschlossenen Gewerbestande zusammengefunden. Waren sie auch, wie oben schon gezeigt, vor der Welt nicht zunftfähig, so hatten sie sich doch nach dem Vorbild des Gilden- und Zunftwesens des Mittelalters ihren Stand gebildet.

Von tüchtigen Meistern getragen wurde die grausame Kunst den Gesellen und -Lehrburschen übermittelt. Waren diese dann dazu in der Lage, so legten sie ihr Meisterstück ab, welches dazu berechtigte, vor den Gerichtsherren und aller Welt den Meistertitel zu führen.

Oft findet man die Bezeichnung "Halbmeister", die dem Scharfrichtermeister durchweg zukam, da er im Gegensatz zu dem "ehrlichen" Handwerksmeister, nicht gleichberechtigt den Titel "Meister" führen durfte.

Wieder hier ein Beweis der Empfindlichkeit der Zünfte, die jedoch diese Bezeichnung nur im Schriftverkehr, nicht im mündlichen Gebrauch, führten.

In einem Bittgesuch des alten Meisters Hans Adam, Scharfrichter zu Wolfenbüttel, vom 10. Mai 1673 schreibt dieser an die fürstlichen Räte, daß er seinem Stiefsohne Mstr. Davidt Voß zu Schöningen suche partnerin kostenlos runterladen "auß Väterlicher Zuneigung, in allen Jahren also informiret und perfect zu machen versprochen, damit er auf erheischendem Notfall könne, wie er sich dann auch bereits unterschiedene mahl gebrauchen laßen, daß er mit dem Strange undt sonsten die Execution glücklich abgelegt, die decollation aber mit dem Schwerdte bisher noch unverrichtet und rückstellig blieben, welches ihm dann, alß ein Meisterstück sehr alten gebrauchs nach absonderlich zuberechtigen gebühret".

Gleichsam zur Bekräftigung dieses Vorschlages sagt er dann weiter:

describe myself online dating examples "Wir solches auch von meinem anderen Stiffsohn Mstr. Hinrich Voß, itzo Scharffrichter in Hildesheimb an einen deliquenten, vor dem Lechelnholtz, zu einem Meisterstücke mit dem Schwerdt, glücklich verrichtet worden - undt weil kurzverwichener Zeit die Execution mit dem Schwerdt zu verrichten, mich schleunigst anbefohlen worden, ich also obbemeldeten, Meines Stiefs-Sohnes M. Davidt Voß, sondern auch mein rechter Sohn, Hanß Pasche Adam, der nunmehr auch erwachsen, von mihr also möchten informiret und unterrichtet werden. Damit dieselben dafern ich etwa wegen Leibes Schwachheit die Execution selbst nicht mehr verrichten könnte, mir darummen die Handt biethen, undt also durch Einen meiner ermelten Söhne, die Execution jedoch bes. consens der hohen Obrigkeit, also dann verrichten desto capabeler, befinden möchten etc."

Aus einem Schreiben Hans Adams vom 9. Juni des Jahres 1673 ersehen wir, daß sein Stiefsohn Davidt Voß die Hinrichtung in Wolfenbüttel "woll verrichtet" und somit sich den Meistertitel erworben hatte. Dieses Festhalten am Althergebrachten und der hieraus entstehende Berufsstolz kommt auch in vielen anderen Fällen vor, die hier aufzuzählen zu weit führen wurde.

Wie sehr nun die Scharfrichterfamilien durch ihren blutigen Stand miteinander verwandt waren, ersieht man am besten an diesem Wolfenbütteler Meister Hans Adam, der in seiner Hand, durch fürstliche Privilege bestätigt, viele Meistereien und Abdeckereien im Lande Braunschweig hatte.

Ihm gehörten außerdem noch die in der Graffschaft Schwarzburg-Arnstadt-Sonderhausen gelegenen Abdeckereien des Amtes Kelbra und Herringen, die ihm sein Schwiegervater, der Scharfrichter Meister Peter Albrechts, Nachrichter zu Münden, mit den Gerechtsamen, mehreren Häusern und Ländereien vermacht hatte. Diese alle waren 1568 durch einen Vorfahren des Mündener Nachrichters, den Meister Hans Albrechten, Scharfrichter zu Eisleben, von dem Grafen v. Schwartzburg erworben.

In einem Briefe des Braunschweiger Scharfrichters Hans Pfeffer an Herzog Rudolf August von Braunschweig, 1671, sagt dieser, daß suche partnerin kostenlos xp "sein Mitmeister Hans Adam, ein ohn daß wollgeseßener undt Nahrhafter Mann ist, und unter seiner Hand mehr als meiner Zehen oder mehr zu verrichten, und einzunehmen hatt".

Adam hatte sich mit der Witwe des früh verstorbenen Wolfenbütteler Scharfrichters Meister David Fuchs verheiratet, deren erster Ehe der Hildesheimer Nachrichter Hinrich Voß (Fuchs) und der Schöninger Meister Davidt Voß (Fuchs) entstammten.

Letzterer Davidt Voß hatte wiederum die Witwe des Schöninger Meisters Christoph Förster, Frau Marie Sophie Förster, geb. Schlott, geehelicht, die ihm somit sie Meisterei Schöningen sowie die durch Bestätigung vom 7. Juli 1643 durch Herzog August d. Jüngeren dazugelegten Amtsbereiche in Jerxheim, Voigtsdahlum und "auch einigen Clöstern, Comptureyen und adlichen Sitzen und Städten" mit in die Ehe gebracht hatte. Hierzu gehörte auch die Abdeckerei in Weferlingen (Prov. Sachsen), die von einem Meisterknecht versehen wurde.

War so der Scharfrichter von Wolfenbüttel, schon durch seine bevorzugte Stellung in der herzoglichen Residenzstadt, in der Lage, bei allen dort vorkommenden Exekutionen, Folterungen und dergleichen mehr die Einkünfte in seine Tasche zu stecken, so gehörten ihm außerdem noch die Abdeckereien vieler Ämter im Lande, so z. B. zur Zeit des Hans Adam u.a. auch Bahrdorf, Königslutter, Neuhaus und Brunsrode.

So kam es, daß die Scharfrichterfamilien Jahrhunderte hindurch in einem und demselben Orte ihr Amt von Generation zu Generation vererbten. Gleich Dynastengeschlechtern breiteten sie sich aus, und in der Regel ging das Amt vom Vater auf den ältesten Sohn über, dem wiederum die jüngeren Brüder, so keine weiteren Abdeckereien zur Verteilung da waren, als Knechte dienten.

In den Kirchen und Gotteshäusern hatten die Scharfrichter ihren eigenen, von der Mitwelt gemiedenen Stuhl, der ihnen wie der übrigen Gemeinde Gelegenheit bot, das Wort Gottes von der Nächstenliebe zu hören, welches allen galt, nur nicht der gefürchteten und gemiedenen Familie des Henkers.

Wurde ein Kind zur heiligen Taufe getragen, so standen die Meister mit ihren Frauen von den Scharfrichtereien der Umgebung Gevatterschaft. Sie gelobten schon hier, an der Schwelle zum kaum begonnenen Leben, dem neugeborenen Kindlein und Artgenossen Treue und Freundschaft.

Hatte ein Sproß ihrer Sippen Hochzeit, so war auch dieses eine gern gesehene Gelegenheit, sich mit Seinesgleichen zu treffen, um hier ungezwungen untereinander fröhlich und glücklich einige Tage zu feiern. Es störte sie dabei nicht, wenn die kirchliche Trauung, wie es oft vorkam, "privatim" durch den Geistlichen in der Meisterei vollzogen wurde, um möglichst jeden großartigen Aufzug der Scharfrichtersleute zu vermeiden.

Hier in den Meistereien wurde an diesen Familienfesttagen all der Reichtum und der Glanz von Generationen hervorgeholt und den Erschienenen präsentiert, der wohl jeder noch so ehrbaren Bürgerfamilie willkommen und angenehm gewesen wäre.

In der Regel waren die Verbindungen der Scharfrichter untereinander bis zu dem schon oben erwähnten Henkeredikt Josephs II. kaum, oder in den seltensten Fällen durch Einheiraten bürgerlicher oder bäuerlicher Menschen unterbrochen. Es sollte erst der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vorbehalten sein, daß auch diese Schranken fielen.

Wie wohlhabend verschiedene Scharfrichterfamilien waren, ersieht man unter anderem auch an den Kleiderordnungen vergangener Jahrhunderte. Hier wurde oft bestimmt, daß die Henkersleute sich nicht über ihren Stand kleiden und putzen sollten.

So wurde z. B. dem Meister Hans Wolf Eyler, Scharfrichter zu Greußen und Ebeleben, wegen seiner Töchter der Vorwurf gemacht, daß sie sich how to do successful online dating "über ihren Stand kleiden, Schiffsmützlein, große Spitzen, viel bunte Bänder und Schleifen um die Zöpfe, auch wohl krause Haarlocken zu tragen sich unterständen".

Von den Uhders, die zu einer der ältesten Familien dieses Standes in Thüringen und dem Harzgebiet zählen, weiß die Sage zu berichten, sie seien so wohlhabend gewesen, daß sie in einem großen Kriege ihr Geld in einem großen kupfernen Kessel vergraben hätten. Es wären dieses aber nur alles große, schwere Gold- und Silberdukaten gewesen, die zusammen einen unermeßlichen Schatz gebildet hätten.

Der Scharfrichter, umgeben von dem mystischen Lichte geheimnisvollen Grauens, war so ein selbstbewußter und reicher Mann geworden, der oft, trotz der angeborenen "Unehrlichkeit", ein hilfreicheres Herz gegenüber seinen notleidenden Mitmenschen hatte, als manch ein noch so ehrlich geborener Angehöriger höherer Stände.

Um so mehr mußte es ihn kränken, wenn er selbst im Wirtshause keine Gemeinschaft mit den anderen Gästen haben durfte, sondern abseits an einem besonderen Tische und aus einem eigens dazu bestimmten Kruge seinen Durst stillen mußte.

Heinz-Bruno Krieger