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Der Scharfrichter als Abdecker

suche einen partner Bedingt durch diese, niemals von einem ehrlichen Manne ausgeführten Tätigkeiten, war auch wohl schon von Anfang an das nach altem deutschen Recht als anrüchig und unehrlich geltende Abdeckereigewerbe mit dem des Scharf- oder Nachrichters verbunden.

War der Scharfrichter auch durch das vom Vater und Großvater auf Sohn und Enkel vererbte Amt des Nachrichters, nicht ohne einen besonders tief ausgeprägten Berufsstolz, so war er doch daneben bestrebt, die nicht geringen Einnahmen, die aus der Verwendung und Beseitigung des gefallenen Viehes entstanden, für sich zu beanspruchen.

War er, dessen Beruf keinesfalls leicht und ohne besondere Fähigkeiten zu besitzen, möglich war, dessen Nerven aus Eisen und Stahl zu sein schienen, auch nie gewillt, diese niederen Arbeiten selbst zu verüben, so waren es doch seine Knechte, die diese für ihn ausführen mussten.

Der Abdecker wurde im Volksmunde der Filler, auch Cafiller oder Schinder genannt. Die Bezeichnung Wasen-, Fall- oder Feldmeister war auch üblich. Das Wort "Filler" gehört zu dem mnd. und nnd. = fillen, d. h. das Fell, die Haut, die Decke des toten (gefallenen) Viehes abziehen = abdecken = ablösen = abfillen = schinden.

In den Bezeichnungen der Flur- und Forstnamen ganz Niedersachsens finden wir oft Hinweise hierauf. So kennt die Feldmark von Königslutter z. B. einen Fillerkamp, Fillerwinkel, Schindanger, Schindertwete sowie ein Gerichtsfeld und Galgenberg [4]. Der Fillerwinkel bei Königslutter, auch Fillerkuhle oder Schinderkuhle genannt, ist heute ein bebauter Kamp, der unmittelbar westlich vom Steinfeld liegt. Hier war früher der Ort, wo die besonders bei Viehseuchen verendeten Tiere beigescharrt werden mußten. In einer Verfügung von 1647 lesen wir:

suche einen partner ab 60 "Das verendete Vieh soll zeitig in der Haut ausgeschleppt, auch nicht kurz vor oder nahe bey den Dörfern abgeworfen, sondern dessen Abführung dem Abdecker jedes Ortes unbald zu wissen gethan, und durch denselben an einen abgelegenen, gemeinen Ort unverzüglich gebracht werden, bey Strafe 3 fl."

In dieser Fillerkuhle stand auch der Holzschuppen des Abdeckers, das sog. Flechsenhaus. In diesem wurden die noch brauchbaren Bestandteile der Tierkadaver, die sog. Flechse usw. aufbewahrt und getrocknet. Eine solche Filler-, Schinder- oder Aasgrube hatte wohl jede Gemeinde.

Ende der siebziger Jahre wurde hier der ursprüngliche Schinderplatz nach dem Kuhspringtal verlegt und darauf später in die Nähe der Fuhren. Nach einigen Jahren wurde auch dieser Platz als Schindanger wieder aufgegeben und das tote Vieh gegebenenfalls nach Helmstedt gebracht.

Das Gewerbe der Abdecker war so im Laufe der Zeit aufs engste mit dem des Scharfrichters verwachsen. Stets real und für einen bestimmten Bezirk eingeteilt waren die "Meistereien" mit besonderen Freibriefen und Privilegien des Landesherrn versehen ausgestattet. Wehe dem Schinder, der die Grenze seines vorgeschriebenen Gebietes in Ausübung seines Berufes überschritt. Er hatte sich unweigerlich die Freundschaft und somit die nachbarliche Hilfe des Art- und Berufsgenossen für alle Zeit verscherzt.

Ähnlich wie auch die Gewerbe der Müller, Leineweber und Schäfer war ein Schinder unfähig in eine Zunft oder in das Militär einzutreten. Es war ihm ferner nicht vergönnt, in irgendeiner Form eine Ehrenstelle zu übernehmen, geschweige die Ehrenrechte eines freien Mannes und Bürgers zu besitzen.

Erst nach dem sogenannten "Henkeredicte" Kaiser Josephs II. änderte sich dieses allmählich. Es sollten jedoch noch viele Jahrzehnte vergehen, ehe das Vorurteil gegenüber der "unehrlichen Gesellschaft" endgültig schwand.

Wie sehr diese Angst im Volke bestand und ausartete, ersehen wir für unsere braunschweigische Heimat am besten an der uns überlieferten Anekdote, in der ein Feldhüter den Herzog Friedrich-August, den Befreier Braunschweigs von den Franzosen in der denkwürdigen Nacht des 14. Oktober 1761, bei einem späteren Ritt über das Schlachtfeld bei Ölper "pfänden" wollte.

Der Fürst, belustigt über den Eifer des pflichtbewußten "Pannemanns", fragt, ob er auch wisse, wen er vor sich habe? Mit einer lässigen Handbewegung winkt der "Pfänder" ab. Da antwortet Friedrich-August, daß er der Schinder sei. Nun ließ der entsetzte Landmann die Zügel fallen, um mit eiligen Schritten, ohne auch nur noch einmal den Blick zu wenden, das Weite zu suchen.

Diese Abscheu und Verachtung gegenüber den Leuten aus der Wasenmeisterei kommt auch in der Sitte zum Ausdruck, daß der Landmann, war ein Abdecker auf seinem Hofe gewesen, stets einen großen Eimer Wasser hinter diesen hergoß.

Wie mir der alte Abdeckereibesitzer Fleischmann in Helmstedt erzählte, war ihm dieses einmal im Winter in einem Dorfe zwischen Helmstedt und Königslutter passiert. Der Bauer hatte so gut gezielt, daß der Abdecker das eisige Naß alles in den Buckel bekam. suche partnerin "Da packe mik doch dä Wut", meinte der alte Vater Fleischmann,suche einen lieben partner "ik snappe mik den ollen Buern, un hewwe ne düchtig tausammen e' schüddelt."

Man wollte ursprünglich hierdurch symbolisieren, daß man seine "reine, ehrliche Schwelle", die durch den Schinder entweiht war, durch den Wasserguß wieder reine gewaschen hatte.

[4] Anmerkung der Schriftleitung: Bei der Beurteilung derartiger Flurnamen muß beachtet werden, daß nicht jede Zusammensetzung mit Fille(r) als Bestimmungswort auf eine ehemalige Aasgrube zu deuten braucht. Es kann auch ein Hinweis darauf vorliegen, daß das betreffende Flurstück von einem Filler landwirtschaftlich genutzt wurde oder an das Anwesen des Fillers grenzte oder in einer anderen, heute nicht mehr erkennbaren Beziehung zu einem Filler stand.

Heinz-Bruno Krieger