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Der Heidenkönigstein in Schöningen

partnervermittlung prag renata An der Ecke Wilhelmstraße und Helmstedter Straße in Schöningen steht der sogenannte "Heidenkönigstein".

Er gehört nicht direkt zur Gruppe der hier behandelten Steinkreuze, ist aber höchst wahrscheinlich doch ein Sühnemal, zumindest ein Gedenkmal, dem Angedenken eines Edlen unserer Elmheimat gewidmet.

Adam Viebing schreibt 1654 in seiner Chronik von Schöningen
"Vor dem Neuen Tore am Orte, da vor dem der Heiden Kirchhof gewesen, stehet ein steinernes Monumentum. Auf der einen Seite kniet ein geharnischter Mann in vollem Küraß mit erhobenen und zusammengefallenen Händen; vor denselben steht ein Wappen, in dessen Schilde auf einem Querbalken drei Rosen, und auf dem Helm zwei Büffelhörner gestanden, deren eines abgeschlagen. Über demselben zur Seite gehet eine ausgestreckte Hand aus den Wolken und umher ist mit alten Buchstaben ausgehauet: Wilke de Ampleven requiescat , Anno Domini MCCCLXXIII (1373), auf der anderen Seite ist ein Kruzifix, an dessen vier Enden die Bilder der vier Evangelisten, und auf beiden Seiten knien und stehen Leute mit aufgehobenen und gefallenen Händen. Was dieses Steines Bedeutung sein mag, davon hat man keine Nachrichtung"
(vergl. Karl Rose, Schöninger Heimatbuch II, Häuser, Straßen etc. S. 327).

Von dem Stein, der dem Stadtoldendorfer Valepaghestein verwandt ist, erzählte gegen Ende des vorigen Jahrhunderts der Stadtkämmerer Schönert zu Schöningen:

"Vor Zeiten, als Schöningen von den Heiden belagert wurde, umging der Heidenkönig das wohlbefestigte Schloß, um zu erforschen, von welcher Seite dasselbe am leichtesten erobert werden könne. Die im Schlosse anwesende Herzogin Sophie (!) sah diesem Treiben mit Bangen zu, erfaßte aber, als er ganz nahe am Schlosse war, die Armbrust und erschoß mit einem Pfeil den Fürsten, worauf die Heiden allesamt die Flucht ergriffen. Wo der Heidenkönig tot zusammengesunken, wurde er auch begraben, und die Herzogin ließ an der Stelle den Stein errichten"
(vergl. Th. Voges, Sagen, S. 269 f.).

Die Volksdeutung dieses Steines ist ein schönes Zeichen, wie geschichtlich weit auseinanderliegende Begebenheiten und Personen sich in der Sage zu einer oft kindlich naiven Erzählung vermischen.

Heinz-Bruno Krieger 1955