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Die Steinkreuze vor Frellstedt

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Die Steinkreuze von Frellstedt Geht man von Süpplingen die Straße entlang nach Frellstedt zu, so stehen einige hundert Meter vor Frellstedt, dort wo ein Richteweg rechts nach der Räbker Straße abzweigt, rechts und links der Straße zwei alte Steinkreuze. Schon um 1780 werden sie uns als "Auf dem Frellstädter Felde" bekundet.

Auf diesem Berge, so sagte mir vor Jahren ein Altvater aus Frellstedt, soll in alten Zeiten sich die Gerichtsstätte der Warberger Ritter befunden haben.
"Se hätt ok eseggt, da herren se freuer mal en' paar Ridders unschüllig hennericht. As et sik naher ruterstellt harre, da hätt dä ut Warbarg düsse Krüze hier uppestellt."
Die Steinkreuze von Frellstedt

Altvater Arnecke wußte mir von diesen Steinen zu sagen, daß man in seiner Jugend immer gesagt hätte, hier sei die Grenze der Warberger Herrschaft gewesen.

Andere alte Frellstedter und Süpplinger erzählten mir folgendes:

"Hier haben sich mal vor Jahren ein Warberger und ein fremder Ritter gegenseitig in heftigem Streite gegenübergestanden. Als nun keiner der Ritter nachgeben wollte, und die Sonne schon die letzten goldenen Strahlen über den nahen Elm herüberschickte, da machte der fremde Streiter dem Kampfe durch einen gewaltigen Schwerthieb ein Ende. Zu Tode getroffen wankte der edle Warberger, doch unter Aufbietung seiner letzten Kraft gab er dem Feinde noch einen Streich zurück. So fanden beide, Freund und Feind hier auf der Höhe vor Frellstedt den Heldentod. Zur Erinnerung und zum Angedenken an jene Begebenheit errichteten die Dörfer der alten Herrschaft Warberg an dieser Stelle zwei Steinkreuze, die heute - vom Zahn der Zeit stark verwittert - dem aufmerksamen Wanderer noch Kunde geben von dem vergossenen Herzblut zweier gefallener Streiter".
(Erzählt von Altvater Heinrich Fricke, Süpplingen, und Altvater Könnecke, Frellstedt.)

Eine weitere Bestätigung dieser Variation gibt uns die handschriftliche Aufzeichnung des unvergessenen Süpplinger Heimatforschers und Volkskundlers Alfred Hesse (1869 - 1931), deren Kenntnis ich Herrn Günter Kammrath, Süpplingen, verdanke. Hesse nennt in diesen Aufzeichnungen diese Steinkreuze "als im Volke Mordkreuze genannt".

Gehen wir nun auf diese, uns im Volke gerade über die Frellstedter Steinkreuze so reichlich überlieferten Sagen etwas näher ein, so ergibt sich schon von selbst, daß wir es hier mit Sühnemalen zu tun haben. Die näheren Umstände bzw. Gründe ihrer Aufstellung haben sich im Volksbewußtsein genau so verwischt, wie wir es bei vielen anderen Beispielen im Elmvorland bereits beobachten konnten.

Hier, in einigen hundert Metern Entfernung befand sich tatsächlich die Grenze der alten Herrschaft Warberg mit dem fürstlichen Amte Königslutter. Da kann es nicht verwundern, daß im Volksbewußtsein die Grenze zu den in der Feldmark stehenden Steinkreuzen (vor)verlegt wurde. Man suchte eine Daseinsberechtigung - und fand sie.

Nicht verständlich und dem Volksbewußtsein fremd scheint mir die Deutung der Frellstedter Steinkreuze in der Art, wie sie Heinrich Pinkernelle in seinen "Sagen aus dem Kreise Helmstedt" (Unsere Heimat, Sagen, Bräuche etc. des Kreises Helmstedt, Braunschweig 1951, Seite 48) gibt. Hier wird durch Aufsätze einiger Schüler der Volksschule in Frellstedt eine offensichtlich von einem unkundigen, auf jeden Fall mit der geschichtlichen Bedeutung der alten Sühnemale nicht vertrauten Lehrer beeinflußte Deutung gebracht, die dem Ansehen des sonst guten Werkes nicht zuträglich ist.

Da wird bei Pinkernelle von einem "Thingplatz" gesprochen, um den herum angeblich sieben Steinkreuze standen.
"Davor stellte sich vor mehr als tausend Jahren der Gaugraf, wenn er alle zwei Monate nach hier kam, um Gericht zu halten".

Es wird dann von Strafen und von vielen Dingen gesprochen, die der Erzähler anscheinend in der Schule gelernt, niemals aber den alten, im Volke aufbewahrten Überlieferungen entnommen hat.

Die ganze Verworrenheit und den offenkundigen Widerspruch dieser Angaben über den Zweck der alten Justiz- und Kulturdenkmäler vor Frellstedt ersehen wir am besten aus dem letzten Absatz dieser "Sage", der uns eingehend schildert, wie - man höre - bei dem Auftauchen der "frommen Mönche" die Steinkreuze verschwinden mußten.

"Bei Nacht und Nebel wurden sie von den damals noch heidnischen Bauern ausgegraben und in die Feldmark versetzt als Grenzsteine gegen andere Dörfer und als Schutz gegen böse Geister." - Ausgerechnet "heidnische Bauern" errichteten um ihren Thingplatz "christliche Kreuze"!

Hier wird der Jugend eine Deutung dieser mittelalterlichen Sühnemale gegeben, die anscheinend ihre Wurzeln in der "germanischen" Literatur einer Zeit zu suchen hat, die dem Kreuz, dem Marterholz Christi - und nur als solches tragen diese alten Sühnemale die Kreuzform - unbedingt eine vorchristliche Symbolik und Gesinnung zu Grunde legen will!

Aber die Wahrheit sollte höher stehen als alle uns noch so lieb gewordenen Anschauungen! Sie in ein helleres Licht zu setzen ist Pflicht eines jeden, der dazu mithelfen zu können glaubt.

Heinz-Bruno Krieger 1955